5.Platz beim Ironman 70.3 Kraichgau

Zu einer guten Wettkampfleistung gehört nicht nur eine gute Physis, sondern auch eine starke Psyche.

Viele werden sich wundern, warum ich über mein Rennen am Sonntag so traurig und enttäuscht bin.

Ich weiß, dass ein 5.Platz in einem derart gut besetzten Rennen keine Schande ist. Ich weiß aber auch, dass ich es besser kann. Da ich erst seit vier Jahren Triathlon betreibe und auch vorher nicht in einer der drei Sportarten beheimatet war, darf ich keine Leistungswunder von mir erwarten.

Dass zu einer guten Wettkampfleistung nicht nur eine gute Physis gehört sondern auch eine starke Psyche, habe ich gestern eindrucksvoll erleben müssen.

Aus Nervosität, Aufregung und was auch immer konnte ich die letzten zwei Nächte vor dem Rennen keinen Schlaf finden. So fühlte ich mich bereits am Samstag abgeschlagen, träge und Hitze sowie Termine trugen ihr Übriges zu meinem schlechten Zustand bei. Eine schlechte Nacht lässt sich natürlich abhaken und meistens dennoch gut performen, so lehrte es mich jedenfalls die Vergangenheit. Zwei hellwache Nächte und der mentale Stress, den ich in diesen Stunden durchmachte, waren jedoch eine zu viel für mich.

Ironman 70.3 Kraichgau

Bereits am Rennmorgen, war mein Körper betrunken vor Müdigkeit und geschwächt von den Gedanken der Nacht. Natürlich stellte ich mir die Frage, ob ich in diesem Zustand überhaupt einen Wettkampf bestreiten sollte. Weil ich mich auf das Rennen sehr gefreut hatte, wollte ich es zumindest versuchen und hoffte insgeheim auf ein Wunder, das den „Power-On-Knopf“ drückt, der mich befähigt die Leistung abzurufen, die in mir steckt.

Da sind wir bei einem der wichtigsten Punkte des Leistungssports: Gutsein, wenn’s drauf ankommt – dies ist mir gestern leider nicht gelungen. Der Knopf wurde nicht gedrückt und ich muss meinem Körper dankbar sein, dass er mich überhaupt in 4:32Stunden über die Strecke getragen hat.

Der 5. Platz steht nun zu Buche und ich habe eine wichtige Lektion dazugelernt und eine neue Herausforderung vor mir. Mit der Traurigkeit über den schlechten Rennverlauf, aber der Gewissheit unter diesen Umständen zumindest noch solide Leistungen abgerufen zu haben, bereite ich mich nun auf mein nächstes Rennen vor und hoffe Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Eure Laura

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